Pilgern auf dem Jakobsweg2010 wird als Heiliges Compostelanisches Jahr begangen28.12.2009 Wilhelm Ruprecht Frieling
2010 wird als Heiliges Compostelanisches Jahr begangen, denn der 25. Juli, der Ehrentag des Apostels Jakobus, fällt auf einen Sonntag. Spanien erwartet Besuchermassen.
Frühjahr und Sommer 2010 ist ein perfekter Zeitpunkt, um Santiago de Compostela in Spanien zu besuchen und auf dem Jakobsweg zu pilgern. Denn das Jahr wird als Heiliges Compostelanisches Jahr begangen, weil der 25. Juli, der Festtag des Hl. Jakobus, auf einen Sonntag fällt. Das „Año Santo Compostelano“ oder „Año Santo Jacobeo“, in Spanien kurz auch nur „Xacobeo“ genannte Festjahr ermöglicht römisch-katholischen Christen, einen Ablass zeitlicher Sündenstrafen zu erwerben. Es wird deshalb auch als Gnadenjahr bezeichnet. Die „Heilige Pforte“Im letzten Heiligen Compostelanischen Jahr 2004 wurden zwölf Millionen Besucher gezählt, die durch die Heilige Pforte an der Ostseite der Kathedrale gingen und dem Heiligen Jakobus Referenz erwiesen. Für 2010 werden noch mehr Pilger aus allen Ländern erwartet. Mit der Öffnung der „Pforte der Vergebung“ am 31. Dezember 2009 an der Ostseite der Kathedrale zwischen der Erlöser- (Capilla del Salvador) und der Peterskapelle (Capilla de San Pedro) beginnt das Gnadenjahr, das mit dem Kalenderjahr identisch ist. Wie üblich wird eine Wand, mit der die Bronzetür vermauert ist, nach drei Schlägen des Erzbischofs eingerissen. Pilgern auf dem JakobswegAls eine spezielle Form, „Schuld“ abzutragen, Buße zu tun und innere Einkehr zu halten, wird das Pilgern auf dem Jakobsweg angesehen. Mit „Jakobsweg“ wird der Weg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela bezeichnet. Jakob ist laut christlicher Mythologie einer der erstberufenen Jünger Jesus Christi und Bruder des Apostels Johannes. Jakob gilt als spanischer Nationalheiliger. Jakobs Grabstätte gründet auf der Legende, wonach seine Jünger den Leichnam des Apostels nach dessen Enthauptung einem Schiff ohne Besatzung übergaben, das später in Galicien im Nordwesten Spaniens strandete. Helfer übernahmen den Leichnam und setzten ihn dann angeblich im Landesinneren bei. Im neunten Jahrhundert wurde über dem „wieder entdeckten“ Grab eine Kapelle, später eine Kirche und schließlich die Kathedrale errichtet, um die herum sich Santiago de Compostela entwickelte und zum Zielpunkt verschiedener Jakobswege wurde. Die gesamte Geschichte wird einschließlich des damit verbundenen Ablasshandels wissenschaftlich der katholischen Legendenbildung zugeordnet. Der ursprüngliche JakobswegKönig Alfons II. von Asturien, der mangels Nachkommen als „der Keusche“ in die Geschichtsbücher einging, besuchte im 9. Jahrhundert das frisch „entdeckte“ Grab des Apostels Jakobus. Er startete in Oviedo, der Hauptstadt seines Reiches in Nordspanien, durchquerte die Wälder und Täler Asturiens und reiste in Palas de Rei auf der später als „französischen Weg“ in die Literatur eingegangen Route weiter. Der französische JakobswegDer im 11. Jahrhundert entstandene „französische“ Jakobsweg (Camino Francés) reicht von den Pyrenäen zum Jakobsgrab in Compostela. Wichtige Königsstädte wie Jaca, Pamplona, Estelle, Burgos und Léon liegen auf dieser bereits im Hochmittelalter stark frequentierten Hauptverkehrsachse. Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts, der „Liber Sancti Jacobi“ („Jakobsbuch“), nennt für den französischen Raum vier weitere Wege, die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Strang vereinigen. Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er und 1980er Jahren wurde der spanische Hauptweg 1993 zum UNESCO-Welterbe erklärt. 1998 erhielten zusätzlich die vier im Liber Sancti Jacobi beschriebenen französischen Wege diesen Titel. Die Kathedrale von CompostelaZielpunkt des Jakobsweges ist die Kathedale von Santiago de Compostela. Mit dem Bau des Gotteshauses wurde 1075 unter der Herrschaft Alfons VI. unter Antrieb von Bischof Diego Peláez begonnen. Die Figur des Apostels Jakob, welche auf einer aus der Mittelsäule emporragenden Säule steht, verkörpert so etwas wie einen Türsteher, welcher die Pilger willkommen heißt. Unter dem barocken Hauptaltar befindet sich die Krypta des Apostels Jakob. 2021 ist das nächste GnadenjahrDas nächste Heilige Compostelanische Jahr findet 2021 statt. Tipps für Pilger zu Fuß, per Fahrrad oder Pferd finden sich hier: Reisen auf dem Jakobsweg.
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